Passivhaus

Passivhaus – Was muss ich beachten?

HäuserfassadeNoch vor 50 Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass man sich Gedanken machen musste woher die Frischluft in einem Gebäude kommt. Die Fenster waren nicht dicht und im Haus wurde meist noch mit einem Ofen, entweder mit Holz, Kohle, Briketts oder mit Öl geheizt. Je nachdem wie der Wind draußen brauste, pfiff es durch alle Fugen und Ritzen. Das Haus bekam jede Menge Frischluft. Im Sommer ist das sicherlich angenehm, aber im Winter musste die frische Luft mit viel Energie aufgeheizt werden.

In den 70er Jahren fand ein Umdenken statt. Die damalige Ölkrise lies die Ölpreise steigen. 1973 war es als die Organisation erdölexportierender Länder, kurz OPEC, erstmals die Erdölfördermenge drosselte. Die Folgen waren horrende Preise, die man bis dato noch nicht kannte. Außerdem hamsterten die Autofahrer Sprit. Tankstellen hatten sogar sonntags geschlossen, da die Tanks leer waren.

Infolge dessen entstanden die ersten Gedanken zur Energieeinsparung. Wie kann die Energie effizient im Haus gehalten werden bzw. wie sorgt man dafür, dass die Kälte im Winter nicht ins Haus gelangt. 1976 bereits wurde das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) beschlossen. Ein Jahr später entstand die erste deutsche Wärmeschutzverordnung, welche am 01.01.1977 in Kraft trat. In Ihr wurden Regeln für die Anforderungen an die Gebäude festgehalten. Wie z.B. die Dämmung an Gebäuden verbessert werden kann um die Heizkosten zu senken bzw. den Wärmebedarf zu reduzieren. Auf die erste Wärmeschutzverordnung folgte die zweite und auch dritte WSchVo. Es wurden jeweils die baulichen Anforderungen für den Wärmeschutz verbessert. Zuletzt 1994 bzw. dann 1995 wurde diese 3. Verordnung dann vom Bundestag verabschiedet.

Bis dato war allerdings die Anlagentechnik und der bauliche Wärmeschutz vollkommen voneinander getrennt. Erst mit der Einführung der Energiesparverordnung (EnEV) wurden Dämmung und Heizanlagenverordnung auf einen Nenner gebracht und in dieser Verordnung zusammengelegt. Seit damals steht die Energiebilanz im Vordergrund.

Aus diesen ganzen Überlegungen entstand im Laufe der Zeit das Passivhaus. Der Grundgedanke ist, dass so wenig wie möglich an Energie an die Umwelt abgegeben wird und die benötigte Energie durch eigene umweltschonende Energie zu decken. Mit anderen Worten es gibt kein aktives Heizsystem wie z.B. eine Zentralheizung. Die Luft wird über das integrierte Lüftungssystem über z.B. elektrische Heizregister erwärmt.

Umgesetzt wird dies zum einen mit Hilfe eines Vollwärmeschutzes. Das komplette Haus wird mit Dämmplatten aus Styropor oder Styrodur verkleidet. Im Grunde genommen werden alle möglichen Schlitze und Ritzen am kompletten Haus versiegelt. Ebenso werden spezielle Fenster eingesetzt, die passivhaustauglich sind. Erst ab einem Uw-Wert von 0,8 darf ein Fenster als Passivhaus Fenster verwendet werden.

Diese Dichtigkeit bringt auch Nachteile mit sich. In jedem Haus entsteht eine gewisse Feuchtigkeit. Meistens durch die Menschen selbst die in dem Gebäude leben. Durch die Atmung oder aber auch ganz speziell im Badezimmer beim Duschen und in der Küche beim Kochen wird Feuchtigkeit an die Luft abgegeben. Zudem geben Zimmerpflanzen und Haustiere ebenso ständig Feuchtigkeit in die Luft ab. Würde man hier nicht ausreichend lüften, käme es sehr schnell zu Schimmelbildungen, die natürlich krank machen könnten. Deshalb ist es zwingend notwendig bzw. auch vorgeschrieben in ein Passivhaus ein adäquates Lüftungskonzept umzusetzen. Erst dann wird das Passivhaus zu einem echten Erlebnis. Die Luft wird ständig ausgetauscht, sodass im ganzen Haus frische Luft verteilt wird. Denn schon bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80% an den Bauoberteilen, die längere Zeit auf den Untergrund einwirkt, können sich Schimmel bilden.

Neben der Lüftungsanlage sollte auch ein Augenmerk auf den Einsatz der richtigen Fenster gelegt werden. Denn für ein Passivhaus darf nicht jedes Fenster verwendet werden. Zum einen muss ein Fenster vollkommen dicht sein und es darf kein Kondensat an etwaigen Kältebrücken entstehen.  Wie kann dies umgesetzt werden? Fenster dürfen erst ab einem Uw-Wert von 0,8 als Passivhaus deklariert werden. Verwenden Sie dazu z.B. Fenster von Fenster-Handel.de. Hier finden Sie ein Kunststofffenster mit einem hervorragenden Wärmedurchgangskoeffizienten. Das Novo-Royal z.B. ist ausgestattet mit einem 6-Kammer Profil. Luft ist ein schlechter Wärmeleiter. Deswegen je mehr Kammern umso besser die Wärmedämmung. Außerdem ist das Profil 84mm dick. Der komplette Flügel wurde mit einer 3. Mitteldichtung versehen. Hier kann kaum Kondensat bzw. Tauwasser entstehen. Warum entsteht überhaupt Tauwasser am Fenster? Dazu muss man die einzelnen physikalischen Begebenheiten die hier direkt am Fenster entstehen verstehen. Tauwasser tritt immer dann auf, wenn das Raum- und Außenklima voneinander getrennt wird.  Sinkt die Temperatur des Außenbereiches unter den Taupunkt des Innenraumes fällt Tauwasser aus. Als Beispiel kann man sich das so vorstellen: Gelangt z.B. Luft mit 20 °C mit einer Luftfeuchtigkeit von 50% auf eine Oberfläche die kälter als 10 °C ist, entsteht Tauwasser. Beim Fenster sind hier insbesondere der Fensterfalz (also der Falz zwischen Flügel- und Blendrahmen), direkt am Fensterrahmen, wo das Fenster mit dem Mauerwerk verbunden ist, der Glasfalz selbst und der Rand des Isolierglases betroffen.

Deswegen besitzt das Novo-Royal von Fenster-Handel.de eine 3. Mitteldichtung mit der der mögliche Luftaustausch innerhalb des Falzes, nochmals unterbrochen wird.  Weiter ist das Novo-Royal standardmäßig mit einem 3-Scheiben-Glas ausgestattet. Der Scheibenaufbau von 4/18/4/18/4 mit einem Ug-Wert von 0,5 kann wahlweise zusätzlich mit einer warmen Kante TGI oder mit einem Swiss-Spacer-V ausgerüstet werden. So wird die thermische Trennung perfekt und schafft so ideale Voraussetzungen für Isotherme. Somit können für diesen Fenstertyp von Fenster-Handel.de Uw-Werte von 0,75 bzw. 0,72 erreicht werden. Also bestmögliche Werte, die weit unter dem geforderten Uw-Wert von 0,8 liegen und somit nochmals 10% besser und energiesparender sind. Damit erreicht das Novo-Royal das Prädikat „passivhaustauglich“ und ist in Folge dessen auch KfW-fördertauglich.

Aber auch beim Einbau der Fenster müssen die Richtlinien für ein Passivhaus beachtet werden. Wie bereits im oberen Absatz beschrieben können auch hier Tauwasserprobleme auftreten bzw. sogar durch eine falsche Montage verursacht werden.  Grundsätzlich gilt: Innen dichter als Außen. D.h. im Einzelnen muss der Anschluss des Fensters auf der Innenseite des Raumes dauerhaft luftundurchlässig sein.  Erreicht wird dies, nachdem das Fenster mit Fensterbauschrauben im Mauerwerk fixiert wurde, wird die Fensterfuge entweder mit Iso-Bloco Band abgedichtet oder mit Fensterbauschaum ausgeschäumt. Anschließend wird die Fuge raumseitig nach DIN 4108-7 mit einem speziellen Klebeband abgedichtet. Hierfür gibt es auch spezielle RAL und ift- geprüfte Putzanschlussleisten. Sie erfüllen alle Ansprüche – dürfen allerdings nur für oben oder für die Seite verwendet werden. Im unteren Bereich muss der Fensterbankanschluss innen nicht nur absolut dicht sein, sondern auch von außen schlagregendicht ausgeführt werden.

Fehler werden hier manchmal beim Einbau der Fenster gemacht. Oft wird aus Kostengründen auf eine fachgerechte Montage nach RAL verzichtet. Als Bauherr sollte man dies überprüfen damit die Schäden nicht erst Jahre später sichtbar werden. Deshalb ist eine Montage nach den RAL-Richtlinien erforderlich.